Krawall.de hat die Community zum Thema “Gewalt in Spielen” sprechen lassen.

Hier ein paar Auszüge die ich besonders gut fand:

Wird Gewalt in Spielen zu realistisch? Da stellt sich einem zu allererst die Frage, welche Gewalt denn da gemeint sein soll. Spiele haben doch nichts mit Gewalt zu tun. Wird sich geprügelt und dabei fließt Blut, so dass anschließend ein Arzt gerufen werden muss, ist das Gewalt, ganz eindeutig. Jedoch wird bei einem Computerspiel niemand verletzt. So kann doch schon mal höchstens von Gewaltdarstellung die Rede sein. Diese wiederum ist beim (aktiven) Computerspiel ein Aspekt, der keinesfalls vernachlässigt werden darf. Das virtuelle Verletzen, ‘Ausschalten’ oder Töten von anderen Mitspielern oder vom Rechner simulierten Gegenüber ist bestimmt keine Sache für Kinder, denn der Verstand muss mit dem Erlebten umgehen können. Genau dieser Verstand aber macht auch die ursprüngliche Frage fast sinnlos. Die Bilder, die dort über den Bildschirm flimmern, werden erst von ihm wirklich realisiert. Und ob das Auge nun von 1600*1200 Pixeln und zig Millionen Farben oder nur 320*200 in 256 Varianten gereizt wird, dürfte da wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen…
Marcel Frey

Wie kann Gewaltdarstellung „zu realistisch” sein? Impliziert diese Fragestellung nicht eine unbewusste Doppelmoral? Ja, hin und wider ein wenig Köpfe einschlagen und Pistolenmagazinleeren in virtuelle Körper ist ja okay, aber bitte nicht zu blutig? Warum nicht? Entweder, oder! Entweder ich verzichte vollständig auf jedwede gewalttätige Handlung gegen virtuelle Lebewesen (sei es Mensch oder Monster) oder ich stelle sie so genau dar, wie es im Rahmen des Spieles möglich ist und (!) storytechnisch sinnvoll ist. Okay, ich gebe zu: So ganz “entweder, oder” ist das natürlich nicht. Es muss schon im Kontext des Spieles irgendwie Sinn machen. Hätte man vor 20 Jahren schon die Möglichkeit gehabt das Töten einer virtuellen Spielfigur realistischer darzustellen, hätte man es auch gemacht. Insofern nimmt die Gewaltdarstellung in Spielen heute zu, weil es eben im Vergleich zu früher machbarer ist.

Darin eine Verrohung und/oder Abstumpfung unserer Gesellschaft sehen zu wollen, lässt grundlegende geschichtliche, technische und soziologische Fakten außer Acht und reduziert das Thema auf publizistisch wirkungsvolle Schlagzeilen und kurze, einprägsame und vereinfachte Kernsätze, mit denen man Uninformierte leicht manipulieren kann, bzw. im Rahmen unserer heutigen „Erregungsgesellschaft” sehr leicht und schnell öffentliche Erregung erzeugen kann.
Reinhard Müller

Gewalt in Spielen, ob mögen oder nicht ist wie bei einer Bloody Mary, jeder kennt’s, nicht jeder will es, aber manche mögen dieses perverse Getränk. Auf Spielen übertragen ergibt sich so ziemlich das gleiche Bild: Jeder kennt Gewalt, manche mögen es mit viel Gedärmen, anderen wird bei Blut schwindelig. Also wen bevorzugen? Denen, den es Spaß macht wenn Blutspritzer vermeintlich realitätsgetreu an der Wand kleben, oder lieber gegen Roboter (wie HL1) spielen, die höchstens Öl verlieren. Sicher, man kann es niemand recht machen, aber kann man da nun einen volunté générale (oder so ähnlich) anwenden?

Das der volunté du tous nicht zum Einsatz kommt, wird ja klar sein. Aber in einem Zeitalter, wo man sich offen zeigen sollte, wäre es da nicht Sinnvoll jedem Spieler sein Bedürfnis nach Gewalt indivduell gestalten zu lassen? Technisch längst möglich, USK gibt ein ab 18 Emblem, daraus folgt: wegen Individualität kann es nur eine Gruppe an Interessenten haben? daraus folgt wiederum die Raubkopie, Frontal 21 berichtet über Individuelle Gewalt in Kinderzimmern, Proteste. Technisch könne man es verfeinern, über Online-Server etwa abfrage der Personalausweis-Nummer, bei 16-17 mäßig Blut bei Bedarf, bei volljährigen wegen mir zerplatzbare Köpfe und allen anderen nix. Aber Warum sollte man großartig nach Möglichkeiten suchen den PC steril zu machen, wenn das Fernsehen durchaus in der Lage is, am frühen Nachmittag einem Kind sowas beizubingen? Verwundete Kriegsopfer, Waffen, Krieg, Action, selbst in einigen Zeichentrick Serien kommt Blut vor. Und je nachdem unter welchen Zusammenhang das Kind Blut sieht, assoziiert es was Gutes oder Böses damit.

Beispiel: ein ehemaliger Boxer is in Moe’s Taverne, Barney pöpelt in an, die gehen vor die Tür und die Tür is Blutverschmiert. Das Kind lacht evtl. denkt das Kind sogar es ist lustig, „Lachen ist gesund” sagt die Mutter. Also warum nicht eine „Lachgarantie” einschalten? Während ein Bluttropfen bei Computerspielen zwischen 12 und 16 unterscheidet, gibt es im TV kein Unterschied deren gleichen. Im Grunde muss jeder dazu Beitragen das jeder nur die Dosis bekommt die er (laut Jugendschutz) verdient. Wenn der Händler ein Kind (11 ca.) sieht, welches laut §110 des BGB sich ein Spiel kaufen will was aber ein blaues Etikett hat (USK 16), sollte der Verkäufer den Kauf nie zustande kommen lassen (Da es sich nur um eine Empfehlung handelt, ist es kein gesetzliches Verbot). Zuhause sollten die Eltern Zeit mit ihren Sprösslingen verbringen um zu gucken, ob diese nicht Doom III in Nightmare durchspielen. Kurzum: wer eh die Volljährigkeit erreicht hat, muss selbst wissen, was für ihm Gut ist.
Ghosty Chan

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