Und wieder ein Amoklauf und wieder der Sündenbock Computer-Spiele. Es ist wirklich zum schreien. Hallo! der Mensch hatte um Hilfe gebeten und hat sie nicht erhalten. Und da jetzt das Schulsystem und/oder die Eltern versagt haben - sind jetzt die Spiele schuld?
Zitat aus den Kommentaren bei Golem.de:
Diffamierung anderer Schüler und Ignoranz der Lehrkörper und des Bildungssystems haben seine Verzweiflung zu Hass werden lassen.
Jetzt fordern noch mehr Leute - die keinen Plan haben - das Verbot von “Killer-Spielen” (tolles neues Modewort!). Kein Spiel, dass auch nur im entferntesten als Jugendgefährdent eingestuft wird, wird in der Regel auch nicht zugänglich gemacht. Andere werden so stark angepasst damit sie zumindest an einige auf dem deutschen Markt verkauft werden dürfen.
Zitat Golem.de:
Allerdings ist die Verbreitung Gewalt verherrlichender Spiele in Deutschland laut § 131 StGB schon heute verboten. Alle anderen Spiele werden durch die USK geprüft und ggf. mit einer Altersfreigabe versehen. Jugendgefährdende Spiele erhalten laut USK ebenfalls kein Kennzeichen. Dabei handelt es sich um Inhalte, die Erwachsenen zugänglich sein können, die Kinder und Jugendliche aber nicht sehen oder haben sollen. Dazu hat der Gesetzgeber das Instrument der Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) geschaffen. Die Alterskennzeichnung obliegt den obersten Jugendbehörden und damit letztendlich in staatlicher Hand, wenn auch nicht in der Hand der Innenbehörden.
Wahrscheinlich wenn nur noch volksverblödende “Bild-Zeitungs-Volks-Anti-Killer-Spiele” zu haben sind, wird man merken, dass vielleicht doch andere Faktoren die Auslößer für solche Verzweiflungs / Rache- Taten sind. Sowas geschieht nicht durch den “Konsum” von Spielen. Denn die Spiele können keinen solchen Einfluss auf die Psyche haben um soetwas auszulösen.
Ich will garnicht abstreiten, dass die Spiele Einfluss auf den Ablauf der Taten haben. Eine gewisse Verrohung - allerdings genau wie bei Filmen! - kommt mit dem spielen von “Gewaltspielen”. Aber sie sind defintiv nicht der Auslöser.
Update: Na endlich denkt mal eine mit, im Gegensatz zum bayrischen Ober-Schwätzer der das Thema für seine Politik missbraucht. Unwissende lassen sich durch Wörter wie “Killerspiele” “Gewalt” “Jugendgefährdend” “Amok” “Verbot” wahnsinnig beeinflussen und so faul wie einige sind, glauben sie das auch noch.
Kathrin Demmler vom JFF (Medienpädagogik in Forschung und Praxis) stellt in diesem Interview mit Golem.de einiges richtig dar. Und die Frau ist wenigstens vom Fach, hat sich informiert und stellt es klar und nüchtern dar. Lesenswert!
Zitat: Golem.de
Wie wenig die Kompetenz zum Thema Computerspiele in der Gesellschaft ausgeprägt ist, zeigt sich für Kathrin Demmler auch im Umgang mit den Spuren, die der Täter von Emsdetten im Netz hinterlassen hat. Dass sein Abschiedsbrief auch von renommierten Medien “verbraten” wird, so Demmler wörtlich, findet die Forscherin “tragisch.” Auch die Bilder des Amokläufers “schüren doch die Angst vor dem eigenen Mitschüler”, was eine Auseinandersetzung mit Außenseitern erschwere. “Für glaubwürdig halte ich diese Berichterstattung nicht”, so Kathrin Demmler.